[ Einblick in den CMxC-Vortrag von Dr. Philipp Scharfenberger und Luisa Stöhr, Universität St. Gallen ]

Berufliche Mobilität neu gedacht – Warum der Arbeitsweg über ESG, Employer Branding und Unternehmenskultur entscheidet

Dr. Philipp Scharfenberger, Vice Director, IMO | IMC University of St.Gallen (HSG) auf der Bühne der 1. CMxC
Luisa Stöhr, Wissenschaftliche Mitarbeiterin & Doktorandin Institut für Mobilität der Universität St.Gallen

„Mobilität ist nicht nur ein Verkehrsthema, sondern auch eine wichtige Frage im Arbeitsverhältnis.“
Mit dieser Aussage trifft Luisa Stöhr vom Institut für Mobilität an der Universität St. Gallen den Kern der Herausforderung, vor der viele Unternehmen stehen. Gemeinsam mit Dr. Philipp Scharfenberger, Vice Director, IMO | IMC University of St.Gallen (HSG), präsentierte sie auf der Corporate Mobility Conference 2025 (CMxC) aktuelle Forschungsergebnisse aus der Studie „Berufliche Mobilität neu gestalten“ – faktenreich, visionär und hochrelevant.

Berufliche Mobilität als unterschätzter Hebel

„Unternehmen haben mit ihren Mobilitätsangeboten direkten Einfluss auf viele Individuen – sie sind damit wichtige Multiplikatoren bei der Verbreitung innovativer Mobilitätsangebote“. – Dr. Philipp Scharfenberger

Der Vortrag verdeutlichte: Mobilitätsangebote beeinflussen nicht nur das Mobilitätsverhalten im beruflichen Kontext, sondern auch die private Mobilität. Sie sind auch deswegen kein logistisches Randthema. Zudem haben sie einen Einfluss auf die Kultur, Attraktivität und Nachhaltigkeit eines Unternehmens.

Die Studie basiert auf einer umfassenden Datengrundlage (D & CH):

  • Über 980 Arbeitgeber
  • Knapp 3.000 Beschäftigte
  • 8 tiefenanalysierte Unternehmen

Fünf Schlüssel für die Mobilitätswende in Unternehmen

  1. Vom Auto zur Multimodalität:
    Sharing, Bike, ÖPNV und E-Mobilität statt Verbrenner-Dienstwagen
  2. Budget statt Dienstwagen:
    Mobilitätsbudgets schaffen Wahlfreiheit und CO₂-Anreize
  3. Kulturwandel statt Reiserichtlinie:
    Transformation gelingt nur mit neuer Meetingkultur und Vertrauen
  4. Daten als Grundlage:
    Ohne Kennzahlen keine Steuerung – viele Unternehmen agieren im Blindflug
  5. Koordination statt Silos:
    HR, Nachhaltigkeit, Betriebsrat und Mobility müssen gemeinsam agieren

Best Practice: Endress+Hauser macht’s vor

Das Beispiel eines mittelständischen Unternehmens im ländlichen Raum zeigt, wie strategische Mobilitätssteuerung funktioniert:

  • Dynamische Parkplatzvergabe via Mobilitätsgruppen
  • Integration von Tools wie Triply für Potenzialanalysen
  • Mobilitätsbudget statt Einheitsangebot

Ergebnis: Flexibilität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit.

Mobilität als strategisches HR-Thema

Die Forschung zeigt klar:

  • 82% der Bewerber:innen achten auf Nachhaltigkeit
  • >50% nennen Mobilitätsangebote als Wechselgrund
  • Besonders gefragt: Flexibilität, Verlässlichkeit, Integration

„Berufliche Mobilität ist mehr als Fortbewegung. Sie ist Teil der Unternehmenskultur.“ – Dr. Philipp Scharfenberger

Herausforderungen & Treiber

Treiber:

  • Employer Branding
  • ESG-Reporting, Klimaziele und gesetzliche Anforderungen
  • Parkplatzknappheit

Hemmnisse:

  • Fehlende Business Cases
  • Komplexe interne Abstimmung
  • Unklare Zuständigkeiten („Mobility hat kein Zuhause“)

Digitalisierung als Erfolgsfaktor

Digitale Lösungen wie Mobility-Apps, APIs und HR-Integration sind laut Studie ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Akzeptanz neuer Angebote:

  • One-Click-Nutzung
  • Verknüpfung mit Payroll & HR-Systemen
  • Feedbackschleifen für kontinuierliche Verbesserung

Fazit: Mobilität beginnt im Kopf

Der Vortrag aus St. Gallen war ein leidenschaftlicher Aufruf, berufliche Mobilität nicht länger als Randerscheinung zu behandeln. Unternehmen, die sie strategisch gestalten, stärken nicht nur ihre CO₂-Bilanz, sondern auch ihre Kultur, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftskompetenz.

📅 Save the Date: CMxC 2026 - 12. Mai 2026
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